Dienstag, 16. August 2011
Mittwoch, 31. März 2010
Webseitenkritik Büchel-Baur > Exzellente Buchbeschreibung, grottige Gestaltung
Dies ist eine Webseitenkritik, die den Kollegen helfen soll, ihre eigenen Seiten zu optimieren. Sie gibt meine persönliche Einschätzung wieder. Wie bei allen bisher erschienenen Kritiken achte ich darauf, daß zu der besprochenen Webseite von mir her ein Mitbewerberverhältnis am Markt nicht besteht. Meine Kritik soll der betreffenden Firma nicht schaden, sondern an der Aufgabe mitwirken, das Erscheinungsbild unseres Gewerbes im Netz zu heben.
Bezug: Meldung im Börsenblatt des Buchhandels (Netzausgabe)
Die Eingangsseite scheint farblich und in den Formen von einem halbblinden, boshaften Netzdesigner gemacht zu sein. Bei näherem Hinsehen stört inhaltlich eine sicher nicht so gemeinte, aber leider dergestalt herüberkommende sprachliche Renommisterei. Dazu gesellt sich äußerste Umständlichkeit in der sprachlichen Ausdrucksweise, Quisquilien werden hochkulturell-bedeutsam ausgewalzt.
Die pseudomoderne Frechheit, wichtige und lange Texte in heller Abschattierung zu bringen, ist hier mit einem lichthellgrau gesetzten Text auf die Spitze getrieben. Das ist, zusammen mit den absurd langen Zeilen und einer verquasten, nicht gut lesbaren Schriftype, schiere Körperverletzung. Man muß das den Netzdesignern deutlich sagen - solche Eingangsseiten sollten dem Leser gegenüber schmerzensgeldpflichtig werden.
Das graue Sonderfeld rechts oben verhehlt die Adresse mehr, als es sie mitteilt; hier wird das Design endgültig zur Farce. Nur die beiden Verbandssignete sind leicht angeberisch prominent eingesetzt.
"Sorgfältige Beschreibungen sind für uns selbstverständlich, und als Mitglied im Verband Deutscher Antiquare (VDA) sowie in der International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) haben wir uns freiwillig der Ethik-Regeln dieser Verbände unterworfen, die uns verpflichten, beim Arbeiten mit alten Büchern gegenüber Verkäufern und Kunden genaue Regeln einzuhalten."
Solche Elogen würde ich mir, wäre ich dieser Kollege, als Antiquar mit so hochwertiger, diffiziler Ware (von der wir gewöhnlichen Antiquare oft nur träumen dürfen) ersparen. Die Kunden für solche Titel sind in der Lage, zwischen den Zeilen zu lesen, auf sie wird massive Selbstanpreisung immer peinlich wirken. Ich gehe nicht weiter auf dieses Thema ein, da ich der hochqualifizierten Firma nicht zu nahe treten möchte.
"Alte Bücher verstehen wir als historisches Kulturgut, das uns heute Auskünfte gibt über frühere Zeiten und das möglichst unangetastet überdauern sollte; das bedeutet, dass wir - wenn immer möglich - auf restaurierende Eingriffe verzichten. Sollten sie aber zum Zweck der Bestandserhaltung erforderlich sein, werden sie nur von ausgewiesenen Fachwerkstätten vorgenommen."
Das ist, mit Verlauf, umständliche Salbaderei. Zurückhaltung in Restaurierungsfragen ist löblich, darf und kann in einem kurzen Satz erwähnt werden. Aber verschonen wir doch den Käufer mit langatmigen Sonntagsreden!
"Ein altes Buch als ein Ensemble von Text, Druck, Papier, Einband (und evtl. Illustration) beeindruckt auch uns, die wir an ganz andere technische Möglichkeiten gewöhnt sind, immer wieder durch die handwerkliche Präzision und die Liebe zum Detail, mit der sie hergestellt wurden; ganz besonders gilt dies natürlich für Inkunabeln (bis zum Jahr 1500 gedruckte Bücher) und ihre ganz individuelle Ausgestaltung, die Geschmack, Vorlieben und finanzielle Möglichkeiten des ersten Besitzers spiegeln. Deswegen empfinden wir es als Verpflichtung, möglichst solche Bücher anzubieten, die noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten sind, also v.a. in ihrem originalen Einband, und wir freuen uns besonders über jedes Buch, das wir mittels der Beschreibung in einen kulturellen Kontext der Zeit setzen können."
Ich überlasse diesen Absatz in seiner Ansammlung von Selbstverständlichkeiten und kulturellem Geschmuse dem Urteil des Lesers...
Ansonsten die üblichen kleinen Fehler: Die Registerkarte "Home" auf der "Home"-Seite zum Anklicken anzubieten, ist ganz un-möglich. - Den exzellenten Begleittext zum "Besonderen Buch" hätten wir gern gut lesbar gesetzt (siehe oben) und mit den dito hervorragenden Scans auf *einer" Seite dargebracht. Die Aufsplitterung in 4 Teilseiten, dann auch noch recht undeutlich über ein Kästchen verlinkt, wirkt betrüblich unklar, zerfahren, aufgesplittert. - Wenn ich mir so viel Zeit zum Beschreiben nehme, dann kann ich die Kurztitel der Referenzwerke nun weißgott auch ausschreiben. Das ist eine Frage der Höflichkeit. Wenn Kiefer im Kurztext mit 5000 anderen Titeln schreiben würde:
Hain 7296; BMC III, 787; GW 10221; v.d. Haegen 22,02; BSB/Ink. F-222; Goff F 266,
dann verstehen wir das, knallen uns aber Büchel-Baur das an den Kopf im Rahmen einer vierseitigen Buchbeschreibung, dann sind wir beleidigt. - Den Preis würde ich nicht so lustig-peinlich verstecken, das wirkt verdächtig oder doch geschmäcklerisch.
Unter "Kataloge" finden sich, wie wir es hier erwarten dürfen, ungemein detailreiche und, soweit ich Stichproben machen konnte, von meinem geringeren Kenntnisstand her, ganz hervorragende, untadelige und löbliche Beschreibungen. Nur setzt sich hier das zu Beginn erwähnte schiere Grauen der (Un-) Lesbarkeit in extremis fort.
Wie können gute Beschreibungstexte durch kindisch-schlechtes Webdesign derart verhunzt und entwertet werden!
Das Impressum dürfte wegen der im Link dorthin verwendeten (absurden) Mikrotype abmahnungsfähig sein. Wir sollten mit solchen Grundfesten des Handelsrechts im Netz nicht herumspielen. - Der Impressum- bzw. Geschäftsbedingungen-Bereich ist hier ausnahmsweise einmal allzu knapp geraten. Ein absolutes Mindestmaß der Geschäftsbedingungen ist unterschritten, vielleicht nicht juristisch, jedenfalls aber kundenpsychologisch. Denn die in der Homepage zu Anfang in Anspruch genommenen Verbands- und ILAB-Regeln sind ob ihrer Schwammigkeit berüchtigt und ersetzen ein kleines, aber solides Fundament an Geschäftsbedingungen keineswegs, jedenfalls nicht im hochpreisigen Bereich.
Fazit:
Eine inhaltlich hochinteressante und vom Fachtext her bedeutende Webseite wird durch schauerliche, ganz kindlich-dumme, teils auch absurd-freche Fehler im Webseitenbau völlig entwertet. Wir haben hier den Fall, daß eine Webseite kraft ihrer Gestaltung der Firma nicht nur nichts nützt, sondern ihr, immer nach meiner persönlichen Einschätzung, empfindlich schadet.
Die Note für den Inhalt muß bei "2" (gut) bleiben und kann nicht "sehr gut" sein, weil zu wenig mit Bildern gearbeitet wird und sich im Einführungstext wolkig-blumiges Schwadronieren störend bemerkbar macht. - Bei dieser Qualität der Ware sind auch im "Katalog" reichhaltige Bebilderungen im Netz heute zwingend.
Die Note für die Form wird bestimmt durch die Todsünde des Designers, einen an sich hochinteressanten und recht gut auch optisch lebendig verwertbaren Stoff herüberzubringen in einer Gestaltung, die selbst für eine Kleinstadtbäckerei noch beleidigend wäre. Hier ist nun einmal die von mir sonst möglichst vermiedene "6" (ganz ungenügend) angebracht.
Montag, 29. März 2010
Neue Absatzstrategie im Antiquariat > Büchersammeln als "Philatelie"
Nun kommen wir, ich hatte das gestern schon angekündigt, ans Eingemachte. Zur Erinnerung: Wir hatten dem Neubuchhandel einen schnellen, dramatischen Verfall des Buchabsatzes in nächster Zeit prophezeit und ihm zum Ausgleich (unter anderem) die Lieferung noch nicht gemeinfreier, bereits digitalisiert vorliegender Bücher, Zeitschriftenartikel usw. aus dem Netz verordnet, in einheitlicher A4-Broschürenform.
Problem: damit wird der Neubuchhandel auf breiter Ebene zum direkten Konkurrenten des Buchantiquars, er übernimmt, zum Teil parallelaufend, die Aufgaben des Antiquariats.
Nun ist das aber nicht tragisch. Ich will begründen, weshalb.
Die Einzellieferung unserer Titel als *Informationsquelle*, zum Zweck der sachlichen Unterrichtung, ist inzwischen viel zu teuer. Ich bin als Freizeit-Wissenschaftler ja auch mit der anderen Seite unseres Altbuchgewerbes aus eigener Anschauung vertraut. Es ist ein Unding, wenn ich für ein mittel-wichtiges Fachbuch, Umfang 120 Seiten, von 1930 oder 1950, keine Zimelie, nicht bibliophil, einem Antiquar 18 Euro auf den Tisch legen soll, dazu 2 Euro für den Versand. 20 Euronen für 120 Seiten - das geht nicht.
Ich werde also die Fernleihe benutzen, trotz der damit verbundenen nicht geringen Mühen (vor allem die Wege zur Abholung und Rückgabe bei der vermittelnden Bibliothek). Dies gilt auch dann, wenn ich mir eigentlich gern eine eigene Fachbibliothek aufbauen möchte - 20 Euro für ein schmaleres Fachbuch zweiten Ranges, das ist nicht kalkulierbar!
Was heißt das? Unser Einzelbuchabsatz à titre d'information, zu Informationszwecken, wird in Zukunft noch weiter zurückgehen. Ich wechsle jetzt schnell mal auf die Seite des Antiquars hinüber und stelle fest, daß dieser sein Fachbuch aber preiswerter *nicht* hergeben kann, will er sich nicht selber ausbeuten. Die Rechnung kennen wir ja alle - um einen Titel zu verkaufen, sind 10 Titelaufnahmen und -einstellungen erforderlich, macht 15-20 Minuten Zeitaufwand, weniger für das Einkopieren der Titelei als für das Vergeben gescheiter Indices. Hinzu kommen für Faktura und Versand mindestens 5 Minuten, und ein kleiner Obulus für den Ankauf ist auch einzurechnen. Fazit: Wir könnens nicht billiger machen, auch nicht die doofe Hausfrau von nebenan im Lohnauftrag dransetzen, denn die kann Indices nicht vergeben und ist überhaupt mit der gar nicht so einfachen Buch- und Lagerverwaltung überfordert.
Eine echte Zwickmühle!
Die Lösung ist, wie ich vorschlage, schon kurzfristig darin zu sehen, daß wir Antiquare die Einzeltitellieferung zu Informationszwecken radikal zurückfahren und sie leichten Herzens dem Neubuchhandel überlassen, wie in Teil 1) dieser Arbeit angedeutet. Wenn wir uns dazu entschließen, dann deshalb, weil wir ein neues Feld, ein neues Motiv zum alleinigen Ziel, zum Imagekern, zur Perspektive unseres Berufes machen.
Das Antiquariat der Zukunft wird ein nahezu reines
*Sammlerantiquariat.
Büchersammeln wird für alle Druckzeiten und alle Sachgebiete nun zur Mode. Hier geht es jetzt gerade nicht um Sachinformation, hier wird der Neubuchhandel auch nicht seine Ausdrucke in Gestalt von A4-Standardheften liefern können, denn der Sammler will ja das "echte" Buch.
Es wird notwendig sein, im folgenden die Regeln des Briefmarkensammelns darzustellen. Für alte Philatelisten wie mich ist das etwas langweilig, aber viele jüngere Kollegen können sich unter Philatelie bei näherem Zusehen recht wenig vorstellen. Versuchen wir eine Kurzeinführung:
1) Gesammelt werden die Titel des Interessensgebiets/ Sammelgebiets absolut nicht der darin befindlichen Informationen halber. Es geht vielmehr darum, die Bücher des ausgewählten Bereichs möglichst vollständig zu h a b e n. Dieses Sammeln und Habenwollen ist weitgehend sinn- und zweckfrei.
2) Wertbestimmend ist die Seltenheit, nicht die sachliche Bedeutung. Eine kleine Broschüre über die Herstellung von Karamellen aus 1930 wird weit teurer sein als das große, verdienstliche, aber nicht seltene Standardwerk der Toffeefabrikation aus der gleichen Zeit.
3) Das Wertgefüge wird sich auch danach richten, welches Gebiet in Mode gekommen ist und welches nicht. "Modegebiete" werden sich stark verteuern, unmodische werden billig sein. Auch hier gibt es viele interessante Lehren zu ziehen aus dem Briefmarkenbereich: An sich "hübsche" Gebiete wie etwa die portugiesischen Kolonien bleiben offenbar auf ewig billig, während gar nicht so seltene Länder wie etwa Liechtenstein maßlos überteuert bewertet sind.
4) Der Umgang des Antiquars mit der Sammlerkundschaft wird sich völlig ändern müssen. Unsere Datenbanken müssen - ich habe das schon vor fünf Jahren gefordert, Stichwort "Bücher-Michel" - zu einer Art Parallele von
*Briefmarkenkatalogen
werden, sie sollten also angenäherte Vollständigkeitslisten des überhaupt je gedruckten Titelmaterials werden. Wie bei den Briefmarkenlisten ist das Angebot des Antiquars dann eigentlich ein "Anstreichen" der Nummern des Vollständigkeitkatalogs, die er liefern kann.
5) Der Büchersammler erwirbt seine Titel auf Vollständigkeit hin. Hier dürfen wir dem Sammlergeist, der menschlichen (meist: männlichen) Psyche getrost das Feld überlassen, die richtet schon alles weitere selbständig. Hunderttausend Jahre "Jäger und Sammler" sind tief in der männlichen Seele verankert, und es spricht überhaupt nichts dagegen, sich zu verlassen auf jene uralten Mechanismen, die das Briefmarkensammeln einst in Gang gebracht hatten. Sie werden nun auch das systematische Büchersammeln in Gang bringen!
7) Ich warne vor einfachen Übernahmen derjenigen Regeln, die sich bisher im Bereich der Edelantiquariate, der Versteigerungen, überhaupt in der hochpreisigen Bibliophilie entwickelt haben. Davon wird wenig übrigbleiben. Vielmehr geht es auch jetzt, wie bei der Philatelie, um Geschäfte und Usancen im Mittel- und unteren Preisbereich, Erhaltungszustände werden sehr wichtig sein, über allem schwebt jener wundervolle Zwang, jene Manie, "komplett" sein zu wollen.
Soweit die neue Absatzstrategie, die ich dem Altbuchhandel verordne. Das sind bisher kaum oder gar nicht begangene Wege. Das Problem besteht darin, daß Kollegen, die nicht mit dem Briefmarkensammeln gut vertraut sind, die Chose nicht *einfühlen* können. Wen es aber irgendwann schon einmal gepackt hat, wer Marken gesammelt hat, der sollte mir beispringen und mithelfen können, diese neue Absatzstrategie zu erläutern und auszubauen.
Gern Ihr
Peter Mulzer in Freiburg
Dank an philaclub.net für das Photo
Sonntag, 28. März 2010
Vollands Marketing Teil 1: Wenn ich ein Buchhändler wär
Guten Tag,
Holger Volland schreibt, leider verborgen in der "Blog"-Rubrik des unübersichtlich konstruierten neuen Börsenblatt-Netzdienstes, einen ruhigen, freundlichen Übersichtsartikel zum Thema "Branchenmarketing" im (Neu-)Buchhandel, der mit folgenden ausgezeichneten Gedanken schließt, ich darf zitieren:
"Doch wenn uns der Zufall hier nicht ausreicht, sondern wir das Bild bewusst gestalten wollen, fehlt uns dazu noch eine gemeinsame starke Klammer.
Ob das nun eine einzige Plakatkampagne sein muss, in der sich jeder wiederfindet – sei bezweifelt. Vielleicht sind wir als Buchbranche ja smart genug, ein ganz modernes und intelligentes Branchenmarketing zu starten, das auf der Basis einer starken Kernidee wenige klare Botschaften setzt, letztlich aber mit vielen verschiedenen Maßnahmen und Kommunikationsbausteinen die Vielfalt unserer Branche repräsentiert."
1.
Das Buchantiquariat ist nicht in der schrecklichen Lage, in der sich der Neubuchhandel befindet. Als kleinerer Neubuchhändler würde ich mich am nächsten Laternenpfahl aufhängen, denn es kann nicht gut gehen mit der Branche in den kommenden Jahren, das Sterben der Neubuchwelt wird schmerzlich sein, sehr quälend, langsam wie die spanische Garrotte, und weil Buchhändler kultivierte Menschen sind, werden ihre Schreie nicht bis auf die Straße zu hören sein, auch ihr letztes Röcheln nicht. Sie werden ihre Ersparnisse opfern, um dann gebrochen auf den abgewetzten Stühlen der Arbeitsämter zu sitzen und Fürsorge zu beantragen (die ehrlichen alten Bezeichnungen).
Der Neubuchhandel wäre zu retten, wenn man mich fragen würde, durch eine tollkühne, ganz neue Verbindung mit umfassenden Internetdiensten. Die Buchhandlung der Zukunft muß
*Mittler zwischen den digitalen Inhalten im Netz sein und dem Privatmann, der sich die Mühe des Herunterladens, Ausdruckens und Bindens nicht machen kann oder will. Er muß außerdem alleiniges Zugriffsrecht auf noch nicht gemeinfreie, aber digitalisiert vorliegende, als Neubuch nicht mehr lieferbare Büchertexte haben
Der Buchhändler der Zukunft soll ein ausgefuchster Netzrechercheur sein, ein Internet-Dienstleister, der "auch" noch Neubücher verkauft. So ungefähr wäre meine Antwort auf Vollands unausgesprochene Frage nach einem Rettungskonzept für den Neubuchhandel. Was übrigens, und darin liegt die Schwierigkeit, gerade für den kleineren Buchhändler in Landstädten oder Stadtteilen eine geistige Mobilisierung voraussetzen würde, die *nur* der Börsenverein zu organisieren in der Lage wäre:
Der Neubuchhändler als Internet-Recherche-Experte und als Verwalter einer gigantischen Ausdruck- und Bindemaschine. Kernaussage:
Agentur für Wissen, Kultur, Kunst. Buch und Internet aus einer Hand. Was wir nicht gedruckt haben, das ermitteln wir für Sie und drucken es aus.
Es wäre ein Trugschluß anzunehmen, das könne der Durchschnittsmensch "ja zuhause selber" machen. Weder die Ermittlungen über Google Books usw. noch (und ganz besonders) das geordnete Ausdrucken von Internet-Texten und das gefällige Binden der Texte kann der Privatmensch. Er will eine "Tankstelle für Wissen", die das alles für ihn besorgt. Wobei die Mühen und Freuden eines kleinen Volksbücherei-Auskunftsmenschen, mitsamt Psychotherapie und Sorgentelefon für viele Menschen, nicht gescheut werden sollten. Das alles bindet ja Kunden!
Ich sehe das einmal als Substitutionsmodell - je mehr der Neubuchabsatz zurückgeht in den kommenden Jahren, desto stärker wächst die "Buch"-Herstellung aus dem Internet. Wobei die bisherigen On-Demand-Modelle sich viel zu sehr auf eine Nachahmung des Buchcharakters kapriziert hatten - die Broschüre, die der Buchhändler aus dem Netz herstellt, ist in Zukunft in aller Regel im Format A4 und hat eine Art Chromoluxeinband mit transparentem Vorderdeckel.
Die Internetarbeiten rechnet er in etwa nach seinem Zeitaufwand ab. Das erfordert einiges Umdenken vom Buchhändler her, ist aber standardisierbar und wird vom Kunden durchaus verstanden. Die Buchhandlung wird bestimmt durch eine Art aufgelockerter Thekenlandschaft. Neubücher, Laserdruck- und Bindemaschinen, Auskunftsplätze und Sitzgruppen für persönliche Besprechungen lassen sich sehr gut und kundenfreundlich organisieren.
Es muß dabei unbedingt vermieden werden, daß die Kunden selber Zugang zum Internet bekommen - man ist kein Internetladen.
***Die Buchhändler haben jetzt die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, sofort und ohne die übliche Ziererei mit den Rechteinhabern pauschale Sonderabkommen zu schließen für die Digitalisierung uned Nutzung noch nicht gemeinfreier, aber auch nicht mehr neu lieferbarer Titel.
Das wird einige Mottensessel im Börsenverein entstauben, aber wir hoffen, daß Buchhändler und Verleger wenigstens untereinander in die Gänge kommen werden, und das noch vor dem Herbst, wenns beliebt. Dann ist es nur noch ein weiterer Schritt, die ja oft schon angefertigten Scans der noch geschützten Werke so ins Netz zu stellen, daß die Buchhändler - und nur sie - sie ausdrucken dürfen. Wobei allzu gierigen Verlegerkraken, in den Niederlanden und so (Mulzer, halts Maul) die Krallen zu beschneiden sind, sonst ist das Ganze nicht durchführbar.
So, das wäre mein Modell, wenn ich Neubuchhändler wäre, Hern Volland gelesen hätte und mir was einfallen lassen müßte.
2.
Freilich habe ich da gut reden, unsere Sorgen als Antiquare sind andere. Wohl aber gelten Vollands oben zitierte Sätze auch für uns.
Für das Antiquariat habe ich, gerade aus den marktnahen Erfahrungen, die ich als kleiner, aber ziemlich universeller Ebay-Händler seit Jahren sammle aus allen Kunden- und Wertbereichen, auch eine Idee.
Es ist aber Sonntag 23.15 Uhr neuer Sommerzeit, auch Buchantiquare bedürfen der Ruhe. Morgen weiter!
Für das stimmungsvolle Laternenpfahl-Foto bedanken wir uns bei Barrenetxea (Argazkiak)
Nota: Bei der bloßen Erwähnung des Namens "Libreka" bekomme ich Schrei- und Tobsuchtsanfälle. Dieses (nach meiner persönlichen Einschätzung) schrecklichste, peinlichste aller Netzunternehmen im Buchhändlerbereich, eine Mißgeburt in jeder Hinsicht, hat mit meiner Grundidee absolut nichts zu tun. Halten zu Gnaden.
Holger Volland schreibt, leider verborgen in der "Blog"-Rubrik des unübersichtlich konstruierten neuen Börsenblatt-Netzdienstes, einen ruhigen, freundlichen Übersichtsartikel zum Thema "Branchenmarketing" im (Neu-)Buchhandel, der mit folgenden ausgezeichneten Gedanken schließt, ich darf zitieren:
"Doch wenn uns der Zufall hier nicht ausreicht, sondern wir das Bild bewusst gestalten wollen, fehlt uns dazu noch eine gemeinsame starke Klammer.
Ob das nun eine einzige Plakatkampagne sein muss, in der sich jeder wiederfindet – sei bezweifelt. Vielleicht sind wir als Buchbranche ja smart genug, ein ganz modernes und intelligentes Branchenmarketing zu starten, das auf der Basis einer starken Kernidee wenige klare Botschaften setzt, letztlich aber mit vielen verschiedenen Maßnahmen und Kommunikationsbausteinen die Vielfalt unserer Branche repräsentiert."
1.
Das Buchantiquariat ist nicht in der schrecklichen Lage, in der sich der Neubuchhandel befindet. Als kleinerer Neubuchhändler würde ich mich am nächsten Laternenpfahl aufhängen, denn es kann nicht gut gehen mit der Branche in den kommenden Jahren, das Sterben der Neubuchwelt wird schmerzlich sein, sehr quälend, langsam wie die spanische Garrotte, und weil Buchhändler kultivierte Menschen sind, werden ihre Schreie nicht bis auf die Straße zu hören sein, auch ihr letztes Röcheln nicht. Sie werden ihre Ersparnisse opfern, um dann gebrochen auf den abgewetzten Stühlen der Arbeitsämter zu sitzen und Fürsorge zu beantragen (die ehrlichen alten Bezeichnungen).
Der Neubuchhandel wäre zu retten, wenn man mich fragen würde, durch eine tollkühne, ganz neue Verbindung mit umfassenden Internetdiensten. Die Buchhandlung der Zukunft muß
*Mittler zwischen den digitalen Inhalten im Netz sein und dem Privatmann, der sich die Mühe des Herunterladens, Ausdruckens und Bindens nicht machen kann oder will. Er muß außerdem alleiniges Zugriffsrecht auf noch nicht gemeinfreie, aber digitalisiert vorliegende, als Neubuch nicht mehr lieferbare Büchertexte haben
Der Buchhändler der Zukunft soll ein ausgefuchster Netzrechercheur sein, ein Internet-Dienstleister, der "auch" noch Neubücher verkauft. So ungefähr wäre meine Antwort auf Vollands unausgesprochene Frage nach einem Rettungskonzept für den Neubuchhandel. Was übrigens, und darin liegt die Schwierigkeit, gerade für den kleineren Buchhändler in Landstädten oder Stadtteilen eine geistige Mobilisierung voraussetzen würde, die *nur* der Börsenverein zu organisieren in der Lage wäre:
Der Neubuchhändler als Internet-Recherche-Experte und als Verwalter einer gigantischen Ausdruck- und Bindemaschine. Kernaussage:
Agentur für Wissen, Kultur, Kunst. Buch und Internet aus einer Hand. Was wir nicht gedruckt haben, das ermitteln wir für Sie und drucken es aus.
Es wäre ein Trugschluß anzunehmen, das könne der Durchschnittsmensch "ja zuhause selber" machen. Weder die Ermittlungen über Google Books usw. noch (und ganz besonders) das geordnete Ausdrucken von Internet-Texten und das gefällige Binden der Texte kann der Privatmensch. Er will eine "Tankstelle für Wissen", die das alles für ihn besorgt. Wobei die Mühen und Freuden eines kleinen Volksbücherei-Auskunftsmenschen, mitsamt Psychotherapie und Sorgentelefon für viele Menschen, nicht gescheut werden sollten. Das alles bindet ja Kunden!
Ich sehe das einmal als Substitutionsmodell - je mehr der Neubuchabsatz zurückgeht in den kommenden Jahren, desto stärker wächst die "Buch"-Herstellung aus dem Internet. Wobei die bisherigen On-Demand-Modelle sich viel zu sehr auf eine Nachahmung des Buchcharakters kapriziert hatten - die Broschüre, die der Buchhändler aus dem Netz herstellt, ist in Zukunft in aller Regel im Format A4 und hat eine Art Chromoluxeinband mit transparentem Vorderdeckel.
Die Internetarbeiten rechnet er in etwa nach seinem Zeitaufwand ab. Das erfordert einiges Umdenken vom Buchhändler her, ist aber standardisierbar und wird vom Kunden durchaus verstanden. Die Buchhandlung wird bestimmt durch eine Art aufgelockerter Thekenlandschaft. Neubücher, Laserdruck- und Bindemaschinen, Auskunftsplätze und Sitzgruppen für persönliche Besprechungen lassen sich sehr gut und kundenfreundlich organisieren.
Es muß dabei unbedingt vermieden werden, daß die Kunden selber Zugang zum Internet bekommen - man ist kein Internetladen.
***Die Buchhändler haben jetzt die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, sofort und ohne die übliche Ziererei mit den Rechteinhabern pauschale Sonderabkommen zu schließen für die Digitalisierung uned Nutzung noch nicht gemeinfreier, aber auch nicht mehr neu lieferbarer Titel.
Das wird einige Mottensessel im Börsenverein entstauben, aber wir hoffen, daß Buchhändler und Verleger wenigstens untereinander in die Gänge kommen werden, und das noch vor dem Herbst, wenns beliebt. Dann ist es nur noch ein weiterer Schritt, die ja oft schon angefertigten Scans der noch geschützten Werke so ins Netz zu stellen, daß die Buchhändler - und nur sie - sie ausdrucken dürfen. Wobei allzu gierigen Verlegerkraken, in den Niederlanden und so (Mulzer, halts Maul) die Krallen zu beschneiden sind, sonst ist das Ganze nicht durchführbar.
So, das wäre mein Modell, wenn ich Neubuchhändler wäre, Hern Volland gelesen hätte und mir was einfallen lassen müßte.
2.
Freilich habe ich da gut reden, unsere Sorgen als Antiquare sind andere. Wohl aber gelten Vollands oben zitierte Sätze auch für uns.
Für das Antiquariat habe ich, gerade aus den marktnahen Erfahrungen, die ich als kleiner, aber ziemlich universeller Ebay-Händler seit Jahren sammle aus allen Kunden- und Wertbereichen, auch eine Idee.
Es ist aber Sonntag 23.15 Uhr neuer Sommerzeit, auch Buchantiquare bedürfen der Ruhe. Morgen weiter!
Für das stimmungsvolle Laternenpfahl-Foto bedanken wir uns bei Barrenetxea (Argazkiak)
Nota: Bei der bloßen Erwähnung des Namens "Libreka" bekomme ich Schrei- und Tobsuchtsanfälle. Dieses (nach meiner persönlichen Einschätzung) schrecklichste, peinlichste aller Netzunternehmen im Buchhändlerbereich, eine Mißgeburt in jeder Hinsicht, hat mit meiner Grundidee absolut nichts zu tun. Halten zu Gnaden.
Fort mit der Luftpolstertasche! Es lebe Drehfix!
Meine verehrte ältere Schwester erinnert sich von Zeit zu Zeit daran, daß sie als Pädagogin im Ruhestand allerlei für ihre Fortbildung tun könnte. Dann macht sie sich auf den Fischzug durch unsere Bücherdatenbanken und wenige Tage später trudeln die Sendungen ein.
Die Bücher selbst waren mit wenigen Ausnahmen besser, als ich alter Skeptiker es erwartet hätte - Zustand und Inhalt erfreulich, die Preise moderat, Adressen wurden korrekt notiert, die Form der Rechnungen war mitunter schauerlich, aber das macht ja nix, wenn die Ware stimmt.
Aus dem Sessel gekippt bin ich allerdings, als meine Schwester, beflügelt vom Nachkriegskindermotto "das kann man ja alles noch einmal brauchen", den Stapel der Verpackungen anschleppte und mir vor Augen führte - in welch unmöglicher, schäbiger, lächerlicher und völlig ungenügender Weise die meisten Kollegen ihre Versandverpackungen auswählen und gestalten.
Eine einzige Katastrophe, peinlich für das Gewerbe. Ich forschte nach, konnte bei mir selber nicht gut fündig werden, da ich fast nur Versteigerungsobjekte und große Lose versende, die ich ausgesprochen "brutal, aber haltbar" mit Hermes versende. Das hat wenig zu tun mit den Anforderungen, denen die typischen Einzelbuchversender gerecht werden müssen.
Das Ergebnis war dann mit einigem Überlegen und Sortieren rasch zu finden. 9 von 10 Kollegen, eine weitaus höhere Zahl, als ich vermutet hatte, verwendeten
*Polstertaschen.
Die sehen neu, ich wiederhole, n e u auch recht gefällig aus. Kommen sie aber nach einem mittelschweren Transportweg in die Hand des Endzustellers und von dort in die meiner Schwester, dann sehen sie in aller Regel
*wie ausgespuckt, zerknittert, bestaubt, zerknautscht, billig
aus. Eine einzige Tragödie, und wenn von "Imagepflege" unseres Berufs die Rede sein soll, dann müssen wir an solchen echten Peinlichkeiten zunächst Hand anlegen. Das große Ganze kommt dann später.
Zunächst: Ich glaube nicht so recht an die Klagen mancher Kunden, die Polstertaschen seien für viele Bücherschäden verantwortlich. Hülle ich das Buch noch in einer Innenverpackung ein, jawohl, das dürfen auch glatte saubere Zeitungen sein, dann ist die Polstertasche schon ziemlich sicher.
Im Mittelpunkt steht tatsächlich eher die Psychologie. Wir dürfen nicht vergessen, daß der Kunde ja die Übergabe des Päckchens an der Haustür als *einzigen* körperlich-dinglichen Kontakt mit uns erlebt. Das Bücherpäckchen ersetzt den Händedruck zwischen Kunde und Antiquar.
Die wenigen Karton-Fertigverpackungen strahlten fast unberührt, seriös und intakt - - Solidität aus. Warum kommen sie in der Tagespraxis des mittleren Antiquariats trotzdem so selten vor?
Bisher nahm ich an, die Kartonverpackung sei weitaus teurer. Tatsächlich nimmt der (angeblich so günstige) Bürowaren-Großhandel gesalzene Preise für Kartonverpackungen, während er die Luftpolstertaschen als sogenannte "Kampfartikel" preiswert ansetzt.
Bei einiger Googletätigkeit, solche Recherchen sind wegen der komplizierten Warenbezeichnungen gar nicht so einfach, kam ich auf einen Hersteller von Kartonagen, der uns schon als preiswerter Anbieter von Umverpackungs-Entsorgungspauschalen (man weiß und seufzt...) positiv aufgefallen war. In deren Webseite angekommen gilt es, wiederum ziemlich angestrengt zu forschen, bis man zu folgenden Resultaten kommt (siehe die beiden Fotos).
Das Fazit ist erstaunlich - sehr seriöse Kartonumverpackungen der raffinierteren Art (Kreuzdrehsystem) kosten kaum mehr als die entsprechenden Luftpolster-Versandtaschen für A5 und A4. Für mich ist das, mit Verlaub, eine Sensation. Wir haben als Antiquare die Möglichkeit, jene schäbigste, peinlichste aller Umverpackungen ein für alle mal zu verbannen, die Luftpolstertasche.
Ich nehme an, daß die Frage einer wiederverschließbaren, durch die Post "nachprüfbaren" Stelle oder Kante mit in das dortige Modell integriert ist oder doch integriert werden kann. Das wäre meine einzige kleine Einschränkung. Vom Gewicht her gibt es kaum was einzuwenden.
Warum bin ich so feierlich auf diesen Punkt eingetreten, den der Verpackung? Weil zu jener "corporate identity" , mit der wir uns in nächster Zeit befassen wollen, alles das gehört, was unseren Beruf, unseren Absatz aufwertet. Drei Viertel aller Absatzsteigerung ist Verkaufspsychologie!
Leider habe ich den Luftposter-Knautschtütenberg der deutschen Antiquare bei meinem Schwesterchen nicht fotografiert. Aber Sie können sichs schon vorstellen - e k e l h a f t, miserabel, b i l l i g s t!
Ein Element der kommenden gemeinsamen Identität unseres Berufs, vor fünfzig Jahren hätte man das die "Hebung" des Berufs genannt, ist die Einführung der Karton-Drehverpackung als absolut eingehaltene
R e g e l.
Peter Mulzer in Freiburg
Alle Urheberrechte für beide Internet-Ablichtungen liegen ausschließlich bei Fa. Bähr in Bremen, der ich für die Verwendungsmöglichkeit danke. Die Darstellung der Fotos auf dieser Blogseite ist mit keiner direkten oder indirekten Erwerbsabsicht verbunden. Die Fotos werden auf formlose Aufforderung hin sofort entfernt.
Kollege Meinke, das Börsenblatt und Mulzer, der Unartige
Kollege Meinke führt mich, wer hätts gedacht, durch die Hintertür der Kommentarfunktion in das neue Netz-Gebilde des Börsenblattes ein. Auf daß die Erwähnung des Leibhaftigen nicht gleich wieder getilgt werde, garniert er seinen Text diensteifrig mit den üblichen abwertenden Ritualen, dem Mulzer falle zwar manchmal was ein, aber erstens sei er "beleidigend" und zweitens schreibe er zu lange Texte, er "zerrede" und sei "uferlos".
Das erinnert mich, mit Verlaub, an den Völkischen Beobachter, in dem man von Kommunisten und Juden auch nur schreiben konnte, wenn die üblichen Formeln dabeistanden, etwa "zersetzend" oder "artfremd".
Der sich immer wiederholende und ausufernde – und wegen der oft auch beleidigenden Zusätze sicherlich nicht ganz zu Unrecht von dieser Plattform ausgeschlossene Herr Mulzer hat ja immer wieder Lichtblicke und erkennt Problematiken, die er dann aber gerne wieder in Grund und Boden zerredet. Zumindest hat er aber gerade jetzt (wieder einmal) erkannt, dass man Interessenten für das alte Buch gewinnen muss.
Ende des Zitats. Hierzu zweierlei, auch wenn mir solche Nabelschau eher nicht liegt und ich ansonsten über mich selbst möglichst wenig, über die jeweilige Sache um so mehr schreiben möchte.
1.
Die Wiederholungen in meinem Blog sind systembedingt. Ich habe den neuen Börsenblatt-Netzdienst sehr energisch kritisiert, weil ich davon überzeugt bin, daß hinter den formalen Schwächen, Versäumnissen und Mängeln dort eine viel tieferes und ernsteres inhaltlich-taktisches Versagen der Redaktion steckt. Die Form behindert die Aussage, macht Auswertungen und Übersichten, vor allem aber fast jeden *Dialog* dort unmöglich. Es gibt bei Netzdiensten jeder Art engste Zusammenhänge zwischen "äußerer" Gestaltung und innerer "Mission" und "tieferer Wirkung". Wir sahen das auch anschaulich bei Kollegen Stormchens Antiquariats-Anzeiger, der an formalen Mängeln gescheitert ist, trotz guter Gesinnung, trotz bester Absichten.
Das Blog-System aber, in dem ich hier schreibe, ist in noch weit groteskerem Ausmaß völlig ungeeignet für das, was ich eigentlich transportieren und bewirken möchte. Anders gesagt: Während ich formale und taktische Fehler bei anderen kritisiere, sitze ich fürchterlich und beschämend selber im Glashaus.
Es ist vor allem das Blog-System, das mich zwingt zu Wiederholungen (in neudeutscher Sprachverblödung auch "Redundanz" genannt) und zu "ausufernden" Texten. Denn eigentlich müßte ich vor jedem neuen Beitrag das bisher Gesagte zusammenfassen, es den Hörern in Erinnerung rufen, etwa wie ein Prediger, der zu Beginn jeden Gottesdienstes die Hauptartikel des Katechismus, jeweils auf den neuesten Stand gebracht, verlesen läßt, möglichst im Wechselgesang. Denn die alten Beiträge sind ja im Orkus des Blogsystems, irgendwo tief unten, längst verschwunden...
Also sind es zunächst formale Gründe, die mich zu Wiederholungen und Längen bringen. Aber da ist noch etwas anderes, das ich mir nicht nehmen lasse: Es macht mir Spaß, Vergnügen, bereitet mir ein positives Grundgefühl, wenn ich locker und flüssig schreiben (und auf einige Zuhörer rechnen) darf. So gesehen ist es ein Geschenk, im Netz schreiben zu dürfen. Wenn ich mich nun aber, weil formale Regeln etwa nach dem Brauch von dpa oder Reuter das vorsehen, knapp, stringent, effektiv auf das "Notwendigste" beschränken soll, dann macht mir das Schreiben - - keinen Spaß mehr. Den will ich aber haben!
Ein Beispiel aus viel höheren Regionen. Wer ein Exemplar der "Zeit" etwa von 1985 zur Hand nimmt, der entdeckt zu seiner Verblüffung, daß dort überwiegend sehr lange, literarisch brillante, in der Themenerfassung fast schon wissenschaftliche Beiträge zu finden waren. Die Autoren durften und sollten journalistische Meisterarbeiten abliefern. Unter zwei Stunden war das Durchlesen einer "Zeit" nicht zu machen. Ich habe das jahrzehntelang genossen. - Wer heute eine aktuelle "Zeit"-Nummer mit jenen historischen (neben der FAZ sicher führenden) Meisterleistungen der Journalistik vergleicht, der ist enttäuscht vor allem über die Kürze der Beiträge heute. Weit gesetzt, aufs Notwendige beschränkt, diszipliniert, kaum mehr individuell, k a l t, knapp, vernünftig - welch ein Absturz!
Ich denke nicht daran, mich im äußeren und inneren Stil solcher modernen Verarmung anzupassen. Mir ist als Leser ohnehin, von manischen Aufdröslern irgendwelcher Nebensächlichkeiten abgesehen, fast nie die Länge eines Schreibens hinderlich. Man muß doch schnell und quer lesen können - im Netz von heute mehr denn je, das üben wir doch alle.
Und ein Weiteres. Ich möchte den Lesern helfen! Hilfe aber setzt voraus, daß die schwächeren Schüler durch Wiederaufgreifen, durch variertes Wiederholen wichtiger Stoffe an den Gesamtzusammenhang erinnert werden. Wer sich an einen berufskundlichen Blog setzt, muß wissen, daß er sich auch in einem virtuellen Klassenzimmer befindet. Hat die hinterste Bank alles kapiert? Falls nicht, haken wir da gleich nochmal nach...
2.
Den Kreis der von mir "Beleidigten" kann ich wie folgt aufgliedern. Da sind einmal die Punchingbälle vom Dienst. Wer ein gutes Gedächtnis hat, der erinnert sich allemal an einen auslösenden Vorfall, an ein Urereignis, in dem ich gekränkt worden bin. Ob es sich da um eine Antiquarin mit spitzer Hutnadel aus Kiel handelt, um einen investigativen Antiquar vom Niederrhein, um eine Genossenschaft, die ich, Gott seis geklagt, selber ausgedacht hatte vor über zehn Jahren, um Datenbanken, die in Form und Strategie ihre User konsequent kränken und quälen, um nach meiner Einschätzung völlig verunglückte Konzepte (Preishai), um quasi führungs- und tatenlose Verbände, um unsoziale und drohnenhafte Firmen (Versteigerungsergebnis-Verhehler) , um Kollegen, deren Webseiten mitunter von Einbildung und Hoffahrt nur so strotzen (inzwischen wirds besser), um Roßtäuschereien wie das Ausgeben der Teilergebnisse einer kleineren Allgemein-Datenbank in der eigenen Firmenwebseite als "eigene" Liste, dazu noch wie im Hohn "Qualitäts-Webseite" benannt, tatsächlich aber totale Kundenveräppelung darstellend, ein Börsenverein, dessen irrsinnige Mitgliedsbeiträge 90 % aller Kollegen den Beitritt verunmöglichen, der aber solche systematische Ausgrenzungspolitik als Alibi für den freundlichen Satz "Was wollt Ihr denn, jeder kann ja beitreten" benutzt, undsoweiter, die Liste ist noch weit länger.
Ja, bitte, soll ich da denn nicht offen reden? Kann das dann anders als "beleidigend" wirken auf den Empfänger, auf die Zielperson meiner Kritik? Wie bitte soll ichs denn anstellen? Muß ich dem Kritisierten zum Ausgleich immer auch was Positives ums Maul schmieren, ist der Griff zum Honigtöpfchen wirklich notwendig? Sollte ich zurückhaltender formulieren, mit verlogen-heuchlerischen Abschwächungen wie "könnte man meinen" arbeiten oder "es kann nicht ganz ausgeschlossen werden, daß" - muß ich mir einen Vorrat an "vielleicht", "ein wenig", "unter Umständen" zulegen?
Ich denke nicht im Traum daran!
Freundlich Ihr Peter Mulzer
Das erinnert mich, mit Verlaub, an den Völkischen Beobachter, in dem man von Kommunisten und Juden auch nur schreiben konnte, wenn die üblichen Formeln dabeistanden, etwa "zersetzend" oder "artfremd".
Der sich immer wiederholende und ausufernde – und wegen der oft auch beleidigenden Zusätze sicherlich nicht ganz zu Unrecht von dieser Plattform ausgeschlossene Herr Mulzer hat ja immer wieder Lichtblicke und erkennt Problematiken, die er dann aber gerne wieder in Grund und Boden zerredet. Zumindest hat er aber gerade jetzt (wieder einmal) erkannt, dass man Interessenten für das alte Buch gewinnen muss.
Ende des Zitats. Hierzu zweierlei, auch wenn mir solche Nabelschau eher nicht liegt und ich ansonsten über mich selbst möglichst wenig, über die jeweilige Sache um so mehr schreiben möchte.
1.
Die Wiederholungen in meinem Blog sind systembedingt. Ich habe den neuen Börsenblatt-Netzdienst sehr energisch kritisiert, weil ich davon überzeugt bin, daß hinter den formalen Schwächen, Versäumnissen und Mängeln dort eine viel tieferes und ernsteres inhaltlich-taktisches Versagen der Redaktion steckt. Die Form behindert die Aussage, macht Auswertungen und Übersichten, vor allem aber fast jeden *Dialog* dort unmöglich. Es gibt bei Netzdiensten jeder Art engste Zusammenhänge zwischen "äußerer" Gestaltung und innerer "Mission" und "tieferer Wirkung". Wir sahen das auch anschaulich bei Kollegen Stormchens Antiquariats-Anzeiger, der an formalen Mängeln gescheitert ist, trotz guter Gesinnung, trotz bester Absichten.
Das Blog-System aber, in dem ich hier schreibe, ist in noch weit groteskerem Ausmaß völlig ungeeignet für das, was ich eigentlich transportieren und bewirken möchte. Anders gesagt: Während ich formale und taktische Fehler bei anderen kritisiere, sitze ich fürchterlich und beschämend selber im Glashaus.
Es ist vor allem das Blog-System, das mich zwingt zu Wiederholungen (in neudeutscher Sprachverblödung auch "Redundanz" genannt) und zu "ausufernden" Texten. Denn eigentlich müßte ich vor jedem neuen Beitrag das bisher Gesagte zusammenfassen, es den Hörern in Erinnerung rufen, etwa wie ein Prediger, der zu Beginn jeden Gottesdienstes die Hauptartikel des Katechismus, jeweils auf den neuesten Stand gebracht, verlesen läßt, möglichst im Wechselgesang. Denn die alten Beiträge sind ja im Orkus des Blogsystems, irgendwo tief unten, längst verschwunden...
Also sind es zunächst formale Gründe, die mich zu Wiederholungen und Längen bringen. Aber da ist noch etwas anderes, das ich mir nicht nehmen lasse: Es macht mir Spaß, Vergnügen, bereitet mir ein positives Grundgefühl, wenn ich locker und flüssig schreiben (und auf einige Zuhörer rechnen) darf. So gesehen ist es ein Geschenk, im Netz schreiben zu dürfen. Wenn ich mich nun aber, weil formale Regeln etwa nach dem Brauch von dpa oder Reuter das vorsehen, knapp, stringent, effektiv auf das "Notwendigste" beschränken soll, dann macht mir das Schreiben - - keinen Spaß mehr. Den will ich aber haben!
Ein Beispiel aus viel höheren Regionen. Wer ein Exemplar der "Zeit" etwa von 1985 zur Hand nimmt, der entdeckt zu seiner Verblüffung, daß dort überwiegend sehr lange, literarisch brillante, in der Themenerfassung fast schon wissenschaftliche Beiträge zu finden waren. Die Autoren durften und sollten journalistische Meisterarbeiten abliefern. Unter zwei Stunden war das Durchlesen einer "Zeit" nicht zu machen. Ich habe das jahrzehntelang genossen. - Wer heute eine aktuelle "Zeit"-Nummer mit jenen historischen (neben der FAZ sicher führenden) Meisterleistungen der Journalistik vergleicht, der ist enttäuscht vor allem über die Kürze der Beiträge heute. Weit gesetzt, aufs Notwendige beschränkt, diszipliniert, kaum mehr individuell, k a l t, knapp, vernünftig - welch ein Absturz!
Ich denke nicht daran, mich im äußeren und inneren Stil solcher modernen Verarmung anzupassen. Mir ist als Leser ohnehin, von manischen Aufdröslern irgendwelcher Nebensächlichkeiten abgesehen, fast nie die Länge eines Schreibens hinderlich. Man muß doch schnell und quer lesen können - im Netz von heute mehr denn je, das üben wir doch alle.
Und ein Weiteres. Ich möchte den Lesern helfen! Hilfe aber setzt voraus, daß die schwächeren Schüler durch Wiederaufgreifen, durch variertes Wiederholen wichtiger Stoffe an den Gesamtzusammenhang erinnert werden. Wer sich an einen berufskundlichen Blog setzt, muß wissen, daß er sich auch in einem virtuellen Klassenzimmer befindet. Hat die hinterste Bank alles kapiert? Falls nicht, haken wir da gleich nochmal nach...
2.
Den Kreis der von mir "Beleidigten" kann ich wie folgt aufgliedern. Da sind einmal die Punchingbälle vom Dienst. Wer ein gutes Gedächtnis hat, der erinnert sich allemal an einen auslösenden Vorfall, an ein Urereignis, in dem ich gekränkt worden bin. Ob es sich da um eine Antiquarin mit spitzer Hutnadel aus Kiel handelt, um einen investigativen Antiquar vom Niederrhein, um eine Genossenschaft, die ich, Gott seis geklagt, selber ausgedacht hatte vor über zehn Jahren, um Datenbanken, die in Form und Strategie ihre User konsequent kränken und quälen, um nach meiner Einschätzung völlig verunglückte Konzepte (Preishai), um quasi führungs- und tatenlose Verbände, um unsoziale und drohnenhafte Firmen (Versteigerungsergebnis-Verhehler) , um Kollegen, deren Webseiten mitunter von Einbildung und Hoffahrt nur so strotzen (inzwischen wirds besser), um Roßtäuschereien wie das Ausgeben der Teilergebnisse einer kleineren Allgemein-Datenbank in der eigenen Firmenwebseite als "eigene" Liste, dazu noch wie im Hohn "Qualitäts-Webseite" benannt, tatsächlich aber totale Kundenveräppelung darstellend, ein Börsenverein, dessen irrsinnige Mitgliedsbeiträge 90 % aller Kollegen den Beitritt verunmöglichen, der aber solche systematische Ausgrenzungspolitik als Alibi für den freundlichen Satz "Was wollt Ihr denn, jeder kann ja beitreten" benutzt, undsoweiter, die Liste ist noch weit länger.
Ja, bitte, soll ich da denn nicht offen reden? Kann das dann anders als "beleidigend" wirken auf den Empfänger, auf die Zielperson meiner Kritik? Wie bitte soll ichs denn anstellen? Muß ich dem Kritisierten zum Ausgleich immer auch was Positives ums Maul schmieren, ist der Griff zum Honigtöpfchen wirklich notwendig? Sollte ich zurückhaltender formulieren, mit verlogen-heuchlerischen Abschwächungen wie "könnte man meinen" arbeiten oder "es kann nicht ganz ausgeschlossen werden, daß" - muß ich mir einen Vorrat an "vielleicht", "ein wenig", "unter Umständen" zulegen?
Ich denke nicht im Traum daran!
Freundlich Ihr Peter Mulzer
Samstag, 27. März 2010
Ebay, das neue Börsenblatt und ein alter Balzac
http://www.boersenblatt.net/375731/template/bb_tpl_antiquariat/
Der Artikel in börsenblatt.net trägt eher wenig zur Klärung der Frage bei. Der Antiquar wünscht sich etwas mehr Fachinformation, wünscht er sich nicht?
Die Gründe für das Scheitern dieses Ebay-Verkaufs lassen sich aufzeigen. Hier kam gleich ein ganzes Bündel von Fehlern zusammen. Dröseln wir es auf!
1.
Ungeheuer wichtig für den Erfolg bei Ebay ist die Wahl der korrekten Sachgruppe.
Die Einstellung unter "DDR-Bücher-Ostalgie" war blödsinnig in diesem Fall. Niemand sammelt unauffällige, nichtbibliophile und unpolitische Alltagsbücher der Weltliteratur, in der früheren DDR gedruckt, aus nostalgischen Gründen, warum auch.
Noch blöder kommt mir die Einordnung in der zweiten Gruppe vor, nämlich " * Antiquitäten & Kunst >
* Antiquarische Bücher >* Literatur >* Sonstiges. Wer innerhalb des reichgegliederten Regelwerks bei Ebay wirklich keine andere Sachgruppe findet als diesen nichtssagenden Papierkorb, der ist entweder faul oder blind.
Angesichts der irrsinnigen Menge der eingestellten Bücher ist es dem Kunden, auch dem fleißigsten, nicht möglich, derart falsch eingestellte Titel zu finden.
2.
Gleich danach kommt das Foto. Die Kunden lieben es, die Ware zu sehen, das ist wie eine Sucht, eine Art Ebay-Kino wird erwartet.
Auf keinen Fall darf man einen schäbigen, eingerissenen Schutzumschlag zeigen. Die (vergleichsweise wenigen) Umschlagsammler sind ganz unverschämte, radikale Erhaltungszustandsfanatiker, eine Kundengruppe, die ich wegen ihrer Millimeter-Kleinkariertheit gar nicht mag. Hier wäre es viel besser gewesen, den Umschlag, überdies von zweifelhafter Künstlerhand geschaffen, ins Altpapier zu kippen, dann das Buch aufzuklappen und beide Deckel und den Rücken in einer Aufnahme zu fotografieren, noch besser einzuscannen. - Nur depressive Hausfrauen vor dem Absprung vom Dach ihres Plattenbaus in Marzahn zeigen ihre Objekte ausgerechnet auf schwarzem Untergrund. Und das Objekt sollte nicht unten zu hell, oben aber zu düster belichtet sein. Dieses Foto ist ganz schrecklich!
3.
Wichtig ist auch der Versteigerungszeitpunkt. Um 16 Uhr sind die Leute noch bei der Arbeit oder sie machen gerade einen Stadtbummel. Vernünftige Termine sind erst ab 18, besser ab 19 Uhr anzusetzen. Die Wahl des richtigen Wochentags lassen wir hier mal außen vor - eine Wissenschaft für sich.
4.
Die Noteneinteilung gerät hier - zum schweren Nachteil für den Verkäufer - zur Farce. Ich bin an sich ein Freund von klaren, konsequenten Zustandsnoten. Die müssen aber unbedingt dem vertrauten Level unserer Schulnoten entsprechen. 1 ist "ladenfrisch", 2 "etwas benutzt, aber immer noch leicht überdurchschnittlich", 3 muß schon deutlich von dem vom Kunden zu wünschenden guten Erhaltungszustand abweichen, es ist "stärker benutzt, etwas unter dem Durchschnitt".
Alle Kriterien, die der Verkäufer im Beispiel anwendet, sind schief, widersprüchlich in sich selbst und absolut nicht vertrauenserweckend. Ich lese da etwa "leichte Gebrauchsspuren - noch gut lesbar" ( für 3) und "wellig, mufflig, schmutzig - alles möglich, jedoch noch lesbar" (für 4), undsoweiter - das ist nicht gut, würde Björn Biester sagen.
5.
Wer in dieser absoluten Weise Rücknahme und Garantie ablehnt, sich so penetrant auf seine Rechte als "Privatverkäufer" zurückzieht, der brüskiert den Käufer. Ich haue auch den Kollegen auf die Finger, die mit unendlichen Umständlichkeiten ihre Kunden vergraulen - wieviel mehr muß ich diesen "Privatmann" mit Wildwestmethoden und Null Vertrauensvorschuß im Kleingedruckten kritisieren! Was hiermit geschieht.
6.
Es gibt Bücherarten, Büchersorten, Themen, die man nirgends vernünftig loswird, weder beim ZVAB noch bei Ebay. Dazu gehört leider die Literatur, insbesondere die "Weltliteratur" in gängigen Ausgaben. In der Grabbelkiste vor dem Laden oder im Flohmarkt preist man einen Band dieser Art mit 50 cents aus und ist froh, wenn er nach 6 Monaten weggeht.
Ebay lehrt uns in ungeheuer spannender und überzeugender Weise, daß es weite Felder der alten Bücher gibt, die zu keinem Preis mehr absetzbar sind, die man im Ankauf mit "Null" bewertet und nur aus Gefälligkeit oder zur Kundenwerbung beim Ankauf übernimmt. Neben Bildbänden und Theologie sind das eben 90 % der alten und neuen Literatur in billigen Standardausgaben.
+++++++++++++++
Mir fehlt dem Beitrag im Börsenblatt das, was wir früher im Deutschunterricht die "Auswertung" nannten: Daß wir hier ja doch ein Lehrbeispiel haben für Titel, die auch nicht "adäquat" angeboten werden können und sollen (mir graust vor der Forderung des Verfassers, diesen Schrott auch noch nach Prolibri-Manier "besser beschreiben" zu sollen) - - sondern die schlicht und ergreifend Büchermüll darstellen.
Hier wäre es an der Zeit, gerade die jüngeren Kollegen radikal und systematisch aufzuklären.
Und ihnen auch zu sagen, wie lehrreich das kleine Ebay-Häkchen in der "erweiterten Suche" im Kästchen "Beendete Angebote" sein kann - mit dem Setzen dieses Häkchens beginnt alle Ebay-Wissenschaft.
Nur so kommen wir zur nackten Wahrheit. Nicht immer ist erfreulich, was sich uns dann enthüllt.
Ebay kann nichts dafür.
Der Artikel in börsenblatt.net trägt eher wenig zur Klärung der Frage bei. Der Antiquar wünscht sich etwas mehr Fachinformation, wünscht er sich nicht?
Die Gründe für das Scheitern dieses Ebay-Verkaufs lassen sich aufzeigen. Hier kam gleich ein ganzes Bündel von Fehlern zusammen. Dröseln wir es auf!
1.
Ungeheuer wichtig für den Erfolg bei Ebay ist die Wahl der korrekten Sachgruppe.
Die Einstellung unter "DDR-Bücher-Ostalgie" war blödsinnig in diesem Fall. Niemand sammelt unauffällige, nichtbibliophile und unpolitische Alltagsbücher der Weltliteratur, in der früheren DDR gedruckt, aus nostalgischen Gründen, warum auch.
Noch blöder kommt mir die Einordnung in der zweiten Gruppe vor, nämlich " * Antiquitäten & Kunst >
* Antiquarische Bücher >* Literatur >* Sonstiges. Wer innerhalb des reichgegliederten Regelwerks bei Ebay wirklich keine andere Sachgruppe findet als diesen nichtssagenden Papierkorb, der ist entweder faul oder blind.
Angesichts der irrsinnigen Menge der eingestellten Bücher ist es dem Kunden, auch dem fleißigsten, nicht möglich, derart falsch eingestellte Titel zu finden.
2.
Gleich danach kommt das Foto. Die Kunden lieben es, die Ware zu sehen, das ist wie eine Sucht, eine Art Ebay-Kino wird erwartet.
Auf keinen Fall darf man einen schäbigen, eingerissenen Schutzumschlag zeigen. Die (vergleichsweise wenigen) Umschlagsammler sind ganz unverschämte, radikale Erhaltungszustandsfanatiker, eine Kundengruppe, die ich wegen ihrer Millimeter-Kleinkariertheit gar nicht mag. Hier wäre es viel besser gewesen, den Umschlag, überdies von zweifelhafter Künstlerhand geschaffen, ins Altpapier zu kippen, dann das Buch aufzuklappen und beide Deckel und den Rücken in einer Aufnahme zu fotografieren, noch besser einzuscannen. - Nur depressive Hausfrauen vor dem Absprung vom Dach ihres Plattenbaus in Marzahn zeigen ihre Objekte ausgerechnet auf schwarzem Untergrund. Und das Objekt sollte nicht unten zu hell, oben aber zu düster belichtet sein. Dieses Foto ist ganz schrecklich!
3.
Wichtig ist auch der Versteigerungszeitpunkt. Um 16 Uhr sind die Leute noch bei der Arbeit oder sie machen gerade einen Stadtbummel. Vernünftige Termine sind erst ab 18, besser ab 19 Uhr anzusetzen. Die Wahl des richtigen Wochentags lassen wir hier mal außen vor - eine Wissenschaft für sich.
4.
Die Noteneinteilung gerät hier - zum schweren Nachteil für den Verkäufer - zur Farce. Ich bin an sich ein Freund von klaren, konsequenten Zustandsnoten. Die müssen aber unbedingt dem vertrauten Level unserer Schulnoten entsprechen. 1 ist "ladenfrisch", 2 "etwas benutzt, aber immer noch leicht überdurchschnittlich", 3 muß schon deutlich von dem vom Kunden zu wünschenden guten Erhaltungszustand abweichen, es ist "stärker benutzt, etwas unter dem Durchschnitt".
Alle Kriterien, die der Verkäufer im Beispiel anwendet, sind schief, widersprüchlich in sich selbst und absolut nicht vertrauenserweckend. Ich lese da etwa "leichte Gebrauchsspuren - noch gut lesbar" ( für 3) und "wellig, mufflig, schmutzig - alles möglich, jedoch noch lesbar" (für 4), undsoweiter - das ist nicht gut, würde Björn Biester sagen.
5.
Wer in dieser absoluten Weise Rücknahme und Garantie ablehnt, sich so penetrant auf seine Rechte als "Privatverkäufer" zurückzieht, der brüskiert den Käufer. Ich haue auch den Kollegen auf die Finger, die mit unendlichen Umständlichkeiten ihre Kunden vergraulen - wieviel mehr muß ich diesen "Privatmann" mit Wildwestmethoden und Null Vertrauensvorschuß im Kleingedruckten kritisieren! Was hiermit geschieht.
6.
Es gibt Bücherarten, Büchersorten, Themen, die man nirgends vernünftig loswird, weder beim ZVAB noch bei Ebay. Dazu gehört leider die Literatur, insbesondere die "Weltliteratur" in gängigen Ausgaben. In der Grabbelkiste vor dem Laden oder im Flohmarkt preist man einen Band dieser Art mit 50 cents aus und ist froh, wenn er nach 6 Monaten weggeht.
Ebay lehrt uns in ungeheuer spannender und überzeugender Weise, daß es weite Felder der alten Bücher gibt, die zu keinem Preis mehr absetzbar sind, die man im Ankauf mit "Null" bewertet und nur aus Gefälligkeit oder zur Kundenwerbung beim Ankauf übernimmt. Neben Bildbänden und Theologie sind das eben 90 % der alten und neuen Literatur in billigen Standardausgaben.
+++++++++++++++
Mir fehlt dem Beitrag im Börsenblatt das, was wir früher im Deutschunterricht die "Auswertung" nannten: Daß wir hier ja doch ein Lehrbeispiel haben für Titel, die auch nicht "adäquat" angeboten werden können und sollen (mir graust vor der Forderung des Verfassers, diesen Schrott auch noch nach Prolibri-Manier "besser beschreiben" zu sollen) - - sondern die schlicht und ergreifend Büchermüll darstellen.
Hier wäre es an der Zeit, gerade die jüngeren Kollegen radikal und systematisch aufzuklären.
Und ihnen auch zu sagen, wie lehrreich das kleine Ebay-Häkchen in der "erweiterten Suche" im Kästchen "Beendete Angebote" sein kann - mit dem Setzen dieses Häkchens beginnt alle Ebay-Wissenschaft.
Nur so kommen wir zur nackten Wahrheit. Nicht immer ist erfreulich, was sich uns dann enthüllt.
Ebay kann nichts dafür.
Freitag, 26. März 2010
"Das neue Antiquariat" - ein neuer alter Antiquariats-Blog
Werte Kollegen,
Sie haben doch den Schlußbeitrag meines Vorgängerblogs gelesen? Wenn nicht, holen Sie das bitte nach, hier der Link:
http://alteskrokodil.blogspot.com/2010/03/zur-situation-im-antiquariat-eine.html
Ich bin immer wieder ehrlich überrascht, mit welchem Ärger die meisten Kollegen auf meine Art reagieren, die Dinge und Personen zu sehen und zu behandeln. Vielleicht helfen einige klärende Worte?
Ich nehme mich und das ganze Antiquariat nicht allzu ernst. Wir betreiben eine interessante Form des Handels mit abgelegten Waren, das soll uns nähren, ein wenig unterhalten und, wenns hoch kommt, tragen wir unser kleines Scherflein bei zur kulturellen Höherentwicklung des deutschen Menschen. Das wars dann aber auch, mehr ist nicht. Jenes anspruchsvolle Raunen, das die meisten Kollegenblogs durchzieht, noch mehr die arrogant-halbgebildete Affektiererei in vielen Webseiten unserer Spitzenleute des Gewerbes kann ich seit jeher nicht ganz ernst nehmen. Über meiner Antiquariatsarbeit soll der schöne Satz von Karl Landauer, des von Himmlers Schergen ermordeten Psychoanalytikers, stehen:
"Der nur vernünftige Mensch strebt "aequitas animi" (das Gleichmaß der Seele) an. Der Weise aber lernt es, wieder zu lächeln - oft unter Tränen -: er erkennt in sich, in den andern, das Kind wieder, das hilflos und gerade darum liebenswert ist".
Dies ist mit Sicherheit eine nützliche Grundhaltung, die man wohl erst im Alter lernen kann und die sehr vereinfacht darauf hinausläuft, sich selber nicht zu ernst zu nehmen - und den lieben Kollegen alles mögliche zuzutrauen, ohne je gekränkt zu sein, ohne böse zu reagieren, ohne Konsequenzen zu ziehen.
Es ist ein Spiel, nicht einmal das "Grand jeu" meiner Pfadfinderwelt, sondern ein kleines unbedeutendes Spiel, das zufällig Antiquariat heißt und in das es uns verschlagen hat.
Mit meiner angeblichen sozialistischen Grundhaltung ist es auch nicht weit her. Noch in den absurdesten Projekten, mit denen ich seit einem Dutzend Jahre die Kollegen traktiere, steht der Aspekt der Rationalisierung, der Arbeitsersparnis, der Vereinfachung im Vordergrund. Schon deshalb, weil unser so ganz spezielles kleinkapitalistisches An- und Verkaufsgeschäft das Musterbeispiel einer sozialismusfernen Betriebsform darstellt.
Habe ich in den letzten Monaten hinzugelernt? Ich denke ja, und zur Illustration gleich ein Beispiel. Vor der Verweigerung der "indivduellen" Kollegen braucht man dann nicht zu kapitulieren, wenn man S t u f e n m o d e l l e entwickelt in einer Form, die jedem Antiquar eine Beteiligung soweit ermöglicht und zuläßt, wie er das möchte. Jeder Planungsschritt sollte also eine ganz bescheidene, aber nach Wunsch auch eine umfassende Beteiligung vorsehen, notabene ohne daß das jeweils angestrebte Gesamtziel dadurch gefährdet würde.
Eine dazu geeignete Planungstechnik ist die langsame Entwicklung eines gemeinsamen Auftritts und Erscheinungsbildes, eines geregelten Verhaltens vom Versand bis zur Rechnungsstellung, von der Titelaufnahme bis zur Konflikregelung, a l l e r Antiquare. Der eine verwirklicht nur ganz formal und partiell den standardisierten Versand in Form vorgedruckter Selbstklebeetiketten, der andere nimmt am kompletten Versandsystem des Vertragspaketdienstes der Antiquare teil. Der eine will bei seinen eigengestrickten Stichworten bleiben, ein anderer verwendet hocherfreut und konsequent die abgekürzten Schlüsselbegriffe des vereinbarten Regelwerks zur Stichwortvergabe bzw. zur Sachgebietseinordnung. Unsoweiter.
Man muß also in Zukunft alles so planen, daß jeder Kollege nur soweit teilnehmen kann und darf, wie er will, ohne daß das Planungsgebäude zusammenbricht.
Ein anderes Beispiel, was meine internen (wir wollens hoffen:) Fortschritte in letzter Zeit angeht. Die Antiquare feilen und rechnen seit Jahren an Einzelschritten einer Betriebsverbesserung herum, ob es nun um die Titelaufnahme geht oder den Zusammenschluß einiger Webseiten, um Datenbankbeteiligungen oder um Abhängigkeiten von Wiesler und Co., um Fortbildungsfragen oder Paketmarken. Das schadet ja nichts. Oder doch? Ich meine, daß dadurch Kräfte abgezogen werden, die wir dringend an einer ganz anderen Stelle einsetzen sollten - - in der Gewinnung neuer Käuferschichten nämlich.
Dieser Käufer muß ein regelmäßiger Altbuchkunde sein oder werden, wir müssen ihn süchtig machen nach antiquarischen Titeln. Nicht mehr und nicht weniger. Dies nicht nur auf hohem Niveau, bei den Edelkollegen und im Messebereich ist das ja schon immer selbstverständlich gewesen oder hätte es doch sein sollen, sondern auf *allen* Ebenen unserer riesigen, dauernd unverkauften Altbuchwalze. Dieses Anfixen neuer Kunden ist eine Gemeinschaftsaufgabe, corporate identity spielt dabei eine große Rolle.
Damit wollen wir uns im nächten Aufsatz beschäftigen.
Stets gern Ihr
Peter Mulzer in Freiburg
Mit der Internetadresse habe ich mir ein kleines Verwirrspiel erlaubt. Nehmen Sie es geduldig hin.
Sie haben doch den Schlußbeitrag meines Vorgängerblogs gelesen? Wenn nicht, holen Sie das bitte nach, hier der Link:
http://alteskrokodil.blogspot.com/2010/03/zur-situation-im-antiquariat-eine.html
Ich bin immer wieder ehrlich überrascht, mit welchem Ärger die meisten Kollegen auf meine Art reagieren, die Dinge und Personen zu sehen und zu behandeln. Vielleicht helfen einige klärende Worte?
Ich nehme mich und das ganze Antiquariat nicht allzu ernst. Wir betreiben eine interessante Form des Handels mit abgelegten Waren, das soll uns nähren, ein wenig unterhalten und, wenns hoch kommt, tragen wir unser kleines Scherflein bei zur kulturellen Höherentwicklung des deutschen Menschen. Das wars dann aber auch, mehr ist nicht. Jenes anspruchsvolle Raunen, das die meisten Kollegenblogs durchzieht, noch mehr die arrogant-halbgebildete Affektiererei in vielen Webseiten unserer Spitzenleute des Gewerbes kann ich seit jeher nicht ganz ernst nehmen. Über meiner Antiquariatsarbeit soll der schöne Satz von Karl Landauer, des von Himmlers Schergen ermordeten Psychoanalytikers, stehen:
"Der nur vernünftige Mensch strebt "aequitas animi" (das Gleichmaß der Seele) an. Der Weise aber lernt es, wieder zu lächeln - oft unter Tränen -: er erkennt in sich, in den andern, das Kind wieder, das hilflos und gerade darum liebenswert ist".
Dies ist mit Sicherheit eine nützliche Grundhaltung, die man wohl erst im Alter lernen kann und die sehr vereinfacht darauf hinausläuft, sich selber nicht zu ernst zu nehmen - und den lieben Kollegen alles mögliche zuzutrauen, ohne je gekränkt zu sein, ohne böse zu reagieren, ohne Konsequenzen zu ziehen.
Es ist ein Spiel, nicht einmal das "Grand jeu" meiner Pfadfinderwelt, sondern ein kleines unbedeutendes Spiel, das zufällig Antiquariat heißt und in das es uns verschlagen hat.
Mit meiner angeblichen sozialistischen Grundhaltung ist es auch nicht weit her. Noch in den absurdesten Projekten, mit denen ich seit einem Dutzend Jahre die Kollegen traktiere, steht der Aspekt der Rationalisierung, der Arbeitsersparnis, der Vereinfachung im Vordergrund. Schon deshalb, weil unser so ganz spezielles kleinkapitalistisches An- und Verkaufsgeschäft das Musterbeispiel einer sozialismusfernen Betriebsform darstellt.
Habe ich in den letzten Monaten hinzugelernt? Ich denke ja, und zur Illustration gleich ein Beispiel. Vor der Verweigerung der "indivduellen" Kollegen braucht man dann nicht zu kapitulieren, wenn man S t u f e n m o d e l l e entwickelt in einer Form, die jedem Antiquar eine Beteiligung soweit ermöglicht und zuläßt, wie er das möchte. Jeder Planungsschritt sollte also eine ganz bescheidene, aber nach Wunsch auch eine umfassende Beteiligung vorsehen, notabene ohne daß das jeweils angestrebte Gesamtziel dadurch gefährdet würde.
Eine dazu geeignete Planungstechnik ist die langsame Entwicklung eines gemeinsamen Auftritts und Erscheinungsbildes, eines geregelten Verhaltens vom Versand bis zur Rechnungsstellung, von der Titelaufnahme bis zur Konflikregelung, a l l e r Antiquare. Der eine verwirklicht nur ganz formal und partiell den standardisierten Versand in Form vorgedruckter Selbstklebeetiketten, der andere nimmt am kompletten Versandsystem des Vertragspaketdienstes der Antiquare teil. Der eine will bei seinen eigengestrickten Stichworten bleiben, ein anderer verwendet hocherfreut und konsequent die abgekürzten Schlüsselbegriffe des vereinbarten Regelwerks zur Stichwortvergabe bzw. zur Sachgebietseinordnung. Unsoweiter.
Man muß also in Zukunft alles so planen, daß jeder Kollege nur soweit teilnehmen kann und darf, wie er will, ohne daß das Planungsgebäude zusammenbricht.
Ein anderes Beispiel, was meine internen (wir wollens hoffen:) Fortschritte in letzter Zeit angeht. Die Antiquare feilen und rechnen seit Jahren an Einzelschritten einer Betriebsverbesserung herum, ob es nun um die Titelaufnahme geht oder den Zusammenschluß einiger Webseiten, um Datenbankbeteiligungen oder um Abhängigkeiten von Wiesler und Co., um Fortbildungsfragen oder Paketmarken. Das schadet ja nichts. Oder doch? Ich meine, daß dadurch Kräfte abgezogen werden, die wir dringend an einer ganz anderen Stelle einsetzen sollten - - in der Gewinnung neuer Käuferschichten nämlich.
Dieser Käufer muß ein regelmäßiger Altbuchkunde sein oder werden, wir müssen ihn süchtig machen nach antiquarischen Titeln. Nicht mehr und nicht weniger. Dies nicht nur auf hohem Niveau, bei den Edelkollegen und im Messebereich ist das ja schon immer selbstverständlich gewesen oder hätte es doch sein sollen, sondern auf *allen* Ebenen unserer riesigen, dauernd unverkauften Altbuchwalze. Dieses Anfixen neuer Kunden ist eine Gemeinschaftsaufgabe, corporate identity spielt dabei eine große Rolle.
Damit wollen wir uns im nächten Aufsatz beschäftigen.
Stets gern Ihr
Peter Mulzer in Freiburg
Mit der Internetadresse habe ich mir ein kleines Verwirrspiel erlaubt. Nehmen Sie es geduldig hin.
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